Modern mit 100-jähriger Tradition
Realschule Letmathe Schule mit bilingualem Zweig
Realschule Letmathe                                                                                                                         Schule mit bilingualem Zweig

Die Geschichte unserer Schule

100 Jahre Realschule Letmathe

Die Realschule Letmathe im Jahre 2005

Der hundertste Geburtstag der Realschule Letmathe, die im Laufe ihrer Geschichte als Referenz an den jeweils herrschenden Zeitgeist unterschiedliche Namen trug, bietet Anlass zum Rückblick, aber auch zur Bestandsaufnahme und Zustandsbeschreibung. Um eine solche geht es im Folgenden.

Wer sich der Schule vom Neumarkt aus nähert, erblickt ein rotes Backsteingebäude im Stil einer Schule aus der Kaiserzeit mit einem Säulenportal und dem in Stein gehauenen Schulnamen „Hindenburgschule", der allerdings noch ein Relikt aus der Zeit des 3. Reiches ist. Wenn man jedoch die Schule vom Schulhof aus betrachtet, entdeckt man schnell, dass es sich bei diesem Gebäude um eine Art Schulbaumuseum mit Anbauten aus unterschiedlichen Epochen handelt. Man erkennt neben dem Schulgebäude aus dem Jahr 1915 den ersten großen Anbau aus den 50er Jahren, zwei 1967 und 1973 fertig gestellte Erweiterungen und schließlich wieder einen großen Anbau, bei dem ein Teil des Schulhofes geopfert werden musste, aus dem Jahr 1995. Was sich aus dieser Perspektive dem Auge des Betrachters verschließt, ist der letzte naturwissenschaftliche Anbau von 2003. Doch damit sind die Schulräume der Letmather Realschule noch nicht ausreichend beschrieben. In der Liebfrauenstraße befinden sich drei Pavillons aus unterschiedlichen Jahrzehnten, die bis heute die Raumnot der Schule lindern. Wendet man den Blick nun wieder von der Schule zum Neumarkt, so sieht man im Telekomgebäude gegenüber der alten Schule ebenfalls drei Klassen.

Da sich die Realschule seit neun Jahrzehnten am selben Standort befindet, haben fünf Anbauten, drei Pavillons und das Telekomgebäude zu einer maximalen Ausbreitung in der Nachbarschaft geführt.

Betrachtet man zusammenfassend die Schulraumentwicklung der Realschule Letmathe in den vergangenen Jahrzehnten, so war es eine Zeit der permanenten räumlichen Veränderung und Erweiterung.

Aber auch inhaltlich und schulorganisatorisch waren die zurückliegenden Jahre, besonders die letzte Dekade eine Zeit des ständigen Wandels. Neue Aufgaben kamen auf die Schule zu, wie etwa die Ausarbeitung eines Schulprogramms, Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Evaluation der schulischen Arbeit, Lernstanderhebungen, Öffnung und Selbstständigkeit von Schule. All diese neuen Problemfelder beschreiben den Prozess der gesellschaftlichen Wandels, dem sich die Schule zu stellen hat.

Bei diesen nachhaltigen Veränderungen stellt sich die Frage nach der Kontinuität. Diese ist gegeben durch die Ausrichtung unserer Schule auf den Leistungsgedanken. Es entspricht dem traditionellen Selbstverständnis der Realschule, dass sie die Anstrengungsbereitschaft ihrer Schüler entwickelt und sie durch fachbezogenes berufsvorbereitendes Lernen in die Lage versetzt, die Herausforderungen der Zukunft zu bestehen. Aber neben der Aneignung von überprüfbarem Wissen, von Lern- und Arbeitstechniken und neben der Ausbildung sekundärer Tugenden wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler auf dem Weg ihrer Selbstfindung begleiten. Es geht uns nicht nur um die Vermittlung von Qualifikationen, die die Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben sind, sondern auch um die Entfaltung individueller Begabung. So versuchen wir, die Musikalität unserer Schüler zu fördern, indem wir einen Unterstufenchor und eine durch den Förderverein unterstützte Blasinstrumenten-AG eingerichtet haben, bei der die Heranwachsenden ein Instrument erlernen können. Sportliche Talente können eine Akrobatik-AG oder eine Fußball-AG besuchen und für die eher naturwissenschaftlich interessierten Schüler bieten wir eine Umwelt-AG an. Wenn die Personalsituation es erlauben würde, wäre noch eine Vielzahl anderer Zusatzangebote denkbar, bei denen die Heranwachsenden ihren individuellen Interessen nachgehen und sinnvolle Freizeitbeschäftigungen entdecken könnten.

Außerdem hat die Realschule Letmathe seit drei Jahren ein interessantes Bildungsangebot für sprachbegabte Schüler, nämlich einen bilingualen Zweig. Hier lernen die Schüler, nachdem sie in Klasse fünf und sechs sieben Pflichtstunden Englischunterricht hatten, in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern Englisch als Unterrichtssprache kennen, um damit auf einem globalisierten Arbeitsmarkt ihre Chancen zu erhöhen.

Bei der unterrichtlichen Arbeit orientieren wir uns einerseits an bewährten didaktischen und methodischen Grundsätzen, sind aber auch offen für neue Entwicklungen und bemühen uns, den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Kinder heute aufwachsen, Rechnung zu tragen. Aus diesem Grund haben wir das Programm „Lernen lernen", in unseren Aufgabenkanon übernommen. So können wir den Schülern vermitteln, wie man das eigene Lernen erfolgreich organisiert. Fördern und Fordern sind zwei Maxime, die für uns untrennbar zusammen gehören. Wenn immer die Lehrerbesetzung der Schule es zulässt, bieten wir Förderunterricht in den Hauptfächern an, allerdings bisher nur in der Erprobungsstufe.

Um die Schüler optimal auf die Erfordernisse der modernen Arbeitswelt vorzubereiten, gibt es neben dem obligatorischen Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 9 eine Reihe von Einzelveranstaltungen, wie Betriebsbesichtigungen, ein Bewerbungstraining, Besuche bei dem Berufsinformationszentrum und Beratungsveranstaltungen.

Da Werteerziehung zu unseren primären Aufgaben gehört, versuchen wir durch klare Regeln für den Schulalltag den Schülern eine Orientierung zu geben. Um ein solches Orientierungsangebot geht es uns auch bei den ökumenischen Schulgottesdiensten, die wir im Laufe eines Schuljahres mit den Schülern feiern.

Dass Schule eben viel mehr ist als nur Unterricht, zeigt sich in all den Veranstaltungen, die unser Schulleben bereichern. Da sind zum einen sportliche Wettkämpfe, wie das Schwimmfest für die Fünftklässler, das Fußballturnier für den sechsten Jahrgang und das Basketballspiel für die siebten Klassen. Um die Verkehrssicherheit unserer Schüler im Straßenverkehr zu stärken, gibt es für die sechsten Klassen einen Fahrradaufbaukurs gemeinsam mit der Polizei. Wir haben Theateraufführungen und Schulkonzerte und von Zeit zu Zeit eine Ausstellung mit Arbeiten aus dem Kunstunterricht. Ebenso gehören Klassenfahrten in den Jahrgangsstufen fünf, sieben und zehn zu unserem Schulprogramm.

Da alle unsere Bemühungen nur dann erfolgreich sind, wenn Schule und Elternhaus zusammenarbeiten, legen wir Wert auf eine intensive Elternarbeit. So gibt es beispielsweise zu Beginn der Jahrgangsstufe fünf einen Kennenlernnachmittag, bei dem Eltern untereinander und mit den Lehrern zwanglos in Kontakt treten können. Oftmals entwickeln sich aus diesen Begegnungen andere Kommunikationsformen, bei denen auf informellem Wege der Kontakt zwischen Schule und Elternhaus gepflegt wird. Ähnliches gilt auch für gemeinsame Wanderungen, Grillfeste und Weihnachtsfeiern, die von Eltern und Lehrern organisiert werden.

Besonders erwähnt werden muss an dieser Stelle das große Engagement von Eltern, die die Einrichtung einer Art Cafeteria ermöglicht haben, wo an einer Theke nahe der Pausenhalle, aus Raummangel leider nicht in einem separaten Raum, verschiedene belegte Bröt-chensorten, Getränke und andere Backwaren verkauft werden. All diese unterschiedlichen Facetten des Schullebens der Realschule Letmathe konnten sich nur entwickeln, weil sich das Kollegium in den letzten Jahren mit den veränderten Bedingungen für die schulische Arbeit auseinandergesetzt und spezielle Lösungen für unterschiedliche Problemfelder gefunden hat. Da die Anforderungen an die Schule und insbesondere an die Lehrer von Jahr zu Jahr gestiegen sind, haben wir uns bemüht, dem gerecht zu werden. Allerdings machen uns die hektischen Maßnahmen der Bildungspolitik, mit denen auf den Pisa-Schock reagiert wird, zu schaffen. Viel Arbeitskraft wird durch von außen vorgegebene Aufgaben gebunden, deren Effektivität manchmal zu bezweifeln ist.

Im Augenblick befindet sich die Realschule Letmathe wie die anderen Schulen auch in einer Umbruchsituation. Wir wissen nicht, wie das neue Schulgesetz, das als Vereinfachung und Hilfe für die Schulen angekündigt worden ist, unsere Schullandschaft verändern wird. Es stellt sich die Frage, ob hier vielleicht zum wiederholten Mal der Versuch unternommen wird, das dreigliedrige Schulsystem zu zerschlagen. Es wäre fatal, wenn unter dem Deckmantel von Pisa einer Schulform, die, obwohl ihr seit Jahrzehnten der politische Gegenwind ins Gesicht weht, sehr erfolgreich und gesellschaftlich akzeptiert arbeitet, der Garaus gemacht würde.

Wir stellen uns als Kollegium auch in Zukunft neuen Anforderungen und Problemen, um mit Engagement und Ideenreichtum Lösungen zu finden. Auch wenn die äußeren Rahmenbedingungen nicht immer optimal sind, wenn wir mit Raum-, Geld- oder Personalmangel zu kämpfen haben, werden wir weiterhin daran arbeiten, dass unsere Schüler eine umfassende und solide Bildung erhalten. Allerdings kann die Schule nicht für alles, was die Gesellschaft und das Elternhaus nicht leisten können oder leisten wollen, verantwortlich gemacht werden. Wenn die Schule ihre eigentlichen Aufgaben erfüllen soll, darf der Lehrer nicht länger zum Prügelknaben für gesellschaftliche Fehlentwicklungen gemacht werden. Was bei all den Diskussionen über die Pisa-Studie und die möglichen Ursachen für das schlechte Abschneiden der deutschen Schüler vergessen wird, ist die Tatsache, dass in den Ländern, die bei dem internationalen Vergleich gut abgeschnitten haben, der Lehrerberuf eine hohe gesellschaftliche Wertschätzung erfährt.

Deshalb wünschen wir uns für die Zukunft ein Ende der Schuldzuweisungen und der Schulstrukturdebatte. Stattdessen hoffen wir, dass wir materiell und personell so ausgestattet werden, dass wir gesellschaftlich respektiert und wertgeschätzt in Ruhe arbeiten können.

(Grußwort der Realschulrektorin a.D. Gisela Scholte. Aus: Festschrift zur 100-Jahrfeier



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